Eines ist jedoch sicher: je höher der Alkohol, die Süße oder Säure eines Weines sind, desto höher ist sein Lagerungspotenzial. Genauso haben ausgeprägte Tannine Einfluss auf die Lagerungsmöglichkeiten von Weinen. Dabei kommt es immer auf die Summe dieser Inhaltsstoffe an.
Edelsüße Spezialitäten wie Trockenbeerenauslesen, die eine frische Säure mitbringen und im Alkoholgehalt nicht allzu niedrig sind, können ohne Probleme 20 Jahre oder noch länger aufbewahrt werden. Sie entwickeln ihre volle Reife und Eleganz oft erst nach einigen Jahren und sind außergewöhnliche Geschenke zu ganz besonderen Anlässen.
Ebenfalls Jahrzehnte haltbar sind hochwertige Rotweine mit einem hohen Gerbstoffanteil und Alkoholgehalten von 13 vol.% oder mehr, insbesondere wenn sie auch noch im Barrique-Fass gereift sind. Basisqualitäten trockener Weine sollten innerhalb von 3 Jahren getrunken werden. Im Premiumbereich sind bei trockenen Weinen auch 5-10 Jahre kein Problem. Bei lieblichen Spät- und Auslesen, insbesondere von der säurebetonten Sorte Riesling, kann man den Vorrat unbesorgt noch etwas länger pflegen.
Sekt schmeckt am besten frisch. Er wird mit der Zeit nicht besser, sondern älter. Ein bis zwei Jahre Lagerung im Keller sind kein Problem. Winzersekte vertragen auch eine dreijährige Aufbewahrung. Auf jeden Fall jedoch stehend. So bleibt die feine Perlage am besten erhalten.
Andere, und durchaus viele, Weine sind gar nicht für längere Lagerungen vorgesehen, wie leichte Weißweine oder auch Roséweine. Diese schmecken jung genossen sowieso am besten. Denn in den ersten Jahren kommen die ausgeprägten Fruchtaromen am deutlichsten zur Geltung. Wenn man sie nicht gerade in der prallen Sonne aufbewahrt oder bei extremer Kälte braucht man sich bei diesen Weinen keine Gedanken über die Lagerung machen. Am besten bei jeder sich bietenden Gelegenheit genießen.