Aber nicht nur die Reife bestimmte beim diesjährigen Herbsten über das Einholen der Trauben. Insbesondere die Infektionen aufgrund des heißen Wetters machten allen Beteiligten arg zu schaffen. Es musste darauf reagiert werden, wie schlimm manche Traubensorten betroffen sind. Um nicht auch die gesunden und somit jede Menge Trauben zu verlieren, wurde entschieden, bei diesen mit der Lese zu starten, obwohl das eine oder andere Mal die Oechsle-Werte noch nicht ganz den Vorstellungen entsprachen. Dieser Spagat verursachte jede Menge Druck und bedurfte die eine oder andere schwere Entscheidung. Doch glücklicherweise meinte es die Natur mit den Bötzinger Winzern auch in diesem Jahr gut. Im Laufe des Herbstes verbesserte sich die Wetterlage und sorgte für höhere und somit optimale Oechsle-Werte.
Insgesamt eine große Herausforderung, so Volker Kern. Aber insgesamt auch ein sehr gutes Ergebnis für 2023. Er durfte im Keller schon den einen oder anderen „Saft“ verkosten. Kellermeister und Geschäftsführer sind sehr zufrieden mit Menge und Qualität der Trauben. Auf den 2023er Jahrgang kann man sich jetzt schon freuen. Genauso gespannt ist der Geschäftsführer auf das „neue Baby“, das derzeit im Keller schlummert und sich entwickelt. Erstmals konnten Souvignier gris-Trauben eingefahren werden. Diese wird nun reinsortenspezifisch ausgebaut und verspricht, etwas ganz Besonderes zu werden. Eine neue Ära für die Winzergenossenschaft Bötzingen, die eingeläutet wurde.

