Presskorken
Presskorken bestehen aus Korkgranulat, das mit Hilfe spezieller Bindemittel in Form gepresst wird. Es ist eine preisgünstige Alternative zu Naturkorken. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie in ihrer Eigenschaft den Naturkorken extrem ähnlich sind. Darüber hinaus verursachen sie wesentlich weniger Kosten.
Leider sind diese Korken ebenfalls sehr anfällig. Aufgrund der winzigen „Korkschredder“ ist die Oberfläche sogar noch größer, die Wahrscheinlichkeit für TCA höher. Auch die eingesetzten Bindemittel können einen negativen Einfluss auf die sensorische Wahrnehmung des Weines haben.
Schraubverschluss
Die aus Aluminium bestehenden Schraubverschlüsse kommen bereits seit 50 Jahren bei Weinen zum Einsatz. In Neuseeland und Australien sind sie mittlerweile selbst bei hochwertigen Weinen zu finden. Da man sie in Europa lange Zeit für Weine geringerer Qualität verwendete, muss sich der Schraubverschluss nach wie vor mit vielen Vorurteilen herumschlagen. Er wirkt vielleicht nicht so glamourös und wird mit einem satten „Plopp“ aus der Flasche gezogen. Fakt jedoch ist: Geschmacklich kann ein Wein mit Schraubverschluss mit seinem Kork-Pendant in den allermeisten Fällen mithalten.
Darüber hinaus gibt es weitere Vorteile, die für einen Schraubverschluss sprechen:
- Ein Wein mit diesem Verschluss korkt nicht.
- Der Wein bleibt frisch. Es findet keine sporadische Oxidation statt.
- Um einen Wein in der Flasche reifen zu lassen, bedarf es keinen Korken. Der Reifeprozess findet auch mit einem hochwertigen Schraubverschluss statt.
- Die Lagerung ist einfacher. Weinflaschen mit Schraubverschluss können stehend gelagert werden. Ganz im Gegensatz zum Korkverschluss, bei dem eine Liegend-Lagerung zwingend erforderlich ist.
- Schraubverschlüsse sind weniger anfällig gegenüber Temperaturschwankungen.
- Die Flaschen eines Jahrgangs können eine identische Qualität garantieren.
- Zudem lässt sich der Schraubverschluss sehr einfach und ohne Hilfsmittel öffnen und wieder verschließen.
Schätzungen zufolge sind es in Deutschland jährlich mittlerweile etwa 500 Mio. Flaschen, die einen Schraubverschluss tragen. Einer der ältesten Weine mit Schraubverschluss ist aus dem Jahr 1966. Und immer noch frisch und aromatisch.
Synthetikkorken
Die Großzahl der Synthetikkorken werden aus lebensmittelgeeignetem Kunststoff hergestellt. Es gibt sogar „Bio-Korken“, deren Grundlage beispielsweise Zuckerrohr ist. Sowohl im Aussehen als auch in Bezug auf das Ritual des „Korken-aus-der-Flasche-Ziehens“ kommt der Synthetikkorken dem Naturkorken sehr nahe. Auch ein geringer Sauerstoff-Austausch wird der synthetischen Alternative zugute geschrieben. Aber auch dieser Korken hat einen Nachteil: Bei längerer Lagerung kann es passieren, dass die künstlichen Korken Fremdaromen an den Wein abgeben.
Glaskorken
Die Glaskorken, welche auch in Deutschland produziert werden, erinnern an einen klassischen Weinstopfen. Durch einen Ring aus Kunststoff im Übergang vom Korken zur Flasche wird der Wein dichtgehalten. Ein Vorteil des Glaskorkens besteht in der Geruchs- und Geschmacksneutralität. Zudem verschließt er die Flasche hermetisch und vermeidet somit die Oxidation des Weines. Allerdings können auch bei dieser Alternative zum Naturkork reduktive Töne entstehen, da der Wein keinerlei Sauerstoffkontakt hat. Des Weiteren sind Glaskorken sehr teuer. Nicht zuletzt, da sie auf Grund der Bruchgefahr manuell in die Flasche eingebracht werden müssen.