Wenn eine Abfüllung ansteht, gehen die beiden Kellermeister Heinrich Höfflin und Clemens Disch als erstes auf die Suche nach den passenden Grundweinen. Denn nicht jeder Tank einer Rebsorte ist gleich. Das hat mehrere Gründe. Frühe und späte Lesetage geben den Weinen anfangs mehr Säure, später mehr Dichte. Dann kommt es weiter auf die Lage des Rebenstücks, den Ertrag und sogar auf den jeweiligen Winzer an. Zudem vergären die Weine in einzelnen Tanks, wo sie sich im Laufe der Zeit ebenfalls unterschiedlich entwickeln. Die Kellermeister haben nun die Aufgabe, die für den jeweiligen Wein idealen Partner der Grundweine herauszufinden. So kommen in der Regel zwei bis drei Tanks in differenzierten Anteilen für die Abfüllung eines Weines in Frage. Der erste Wein kann etwas mehr Säure beinhalten, der zweite möglicherweise fruchtbetonter sein, der dritte durch eine größere Dichte auffallen. Die perfekte Cuvée aus diesen bildet die Grundlage für den neuen Wein.
Unterschiedliche Jahrgänge schmecken einfach unterschiedlich. Denn es handelt sich um Naturprodukte, die jedes Mal anders sind. Es ist immer wieder ein Spagat, so Heinrich Höfflin. Wichtig ist, dass die Qualitäts- und Tischweine in Qualität und Geschmack eher gleichbleiben. Anders bei den höherwertigen Weinen. Hier liegt die Betonung bewusst auf dem Jahrgang. Hier geht es sogar darum, die Jahrgangs-Spezifikationen heraus zu kitzeln, etwas ganz Besonderes in die Flasche zu bringen. Sprich, den unverkennbaren Stempel der Winzergenossenschaft Bötzingen aufzudrücken. Auch können bei diesen Weinen Reizpunkte gesetzt werden, so dass beispielsweise Holz oder andere Aromen gewollt erkennbar sind.