Nun steht dem perfekten Weingenuss nichts mehr im Wege. Sollten Sie dennoch weitere Fragen haben, können Sie sich gerne an unsere Beraterinnen in der Vinothek wenden.
Quellen: www.deutscheweine.de, www.wineamigos.de
Die Aromen der Weine in maximalen Zügen genießen
Denn das Leben ist zu kurz für schlechten Wein. Dabei kommt es jedoch nicht nur darauf an, was in der Flasche steckt, sondern in welchem Glas der Wein kredenzt wird. Die wichtigste Aufgabe des Weinglases ist es nicht nur, die Vorfreude auf einen feinen Tropfen zu wecken und alle Sinne zu schärfen, sondern auch dem Wein und seinen Aromen zur vollen Entfaltung zu verhelfen. Um dies zu ermöglichen, gibt es einige Grundregeln, die es zu beachten gilt.
Glasklar: Die Klarheit und Brillanz eines Weines können sich nur in einem klaren durchsichtigen Weinglas widerspiegeln. Deshalb unbedingt auf Gravuren, Verzierungen und sonstige Schnörkeleien verzichten.
Hauchdünn: Je dünner das Glas, umso näher und intensiver ist der Kontakt zum Wein und umso höher der Genuss. Denn beim Trinken wird der Mund mehr gespitzt und automatisch alle Geschmackssinne auf ein neues Erlebnis eingestellt. Darüber hinaus wird die Temperatur des Weines von einem dünnen Glas weniger beeinflusst.
Langstielig: Fingerabdrücke am Weinglas? Geht gar nicht. Der Stiel sollte so lang sein, dass das Glas problemlos mit Zeige- und Mittelfinger sowie Daumen gehalten werden kann. Somit wird vermieden, dass die Hand oder die Finger den Wein erwärmen. Auch könnten auf der Hand befindliche Duftstoffe wie Parfüm oder Handcreme die Wahrnehmung des Weinaromas verfälschen.
Sauber: Störende Gerüche, wie beispielsweise Chlor, Spülmittelreste oder Schrankgeruch, sollten tunlichst vermieden werden. Im Zweifel das Glas mit einem Schluck Wein aus der Flasche zur Neutralisierung ausspülen.
Bevor der Wein verkostet wird, ist die Nase an der Reihe. Denn Weingenuss beginnt bekanntlich mit dem Riechen. Durch das vorsichtige Schwenken des Weinglases können sich die Aromen entwickeln und entfalten. Am einfachsten funktioniert dies in einem gewölbten Kelch. Der Wein läuft an den Seitenwänden des Glases ab, die Aromen werden befreit und sammeln sich im sogenannten Kamin, dem Raum zwischen dem bereits eingeschenkten Wein und dem Glasrand. Dabei gilt die Faustregel: Je komplexer und voller die Aromen, umso größer muss die Glaswölbung sein. Nur so entsteht genügend Raum für die sich offenbarende Fülle und Vielfalt.
Auch die Zunge mit ihren vier Geschmacksrichtungen spielt bei der Weinverkostung eine große Rolle und sollte daher optimal „angesprochen“ werden. Je nach Größe der Glasöffnung treffen die ersten Tropfen des Weines auf die unterschiedlichen Bereiche der Zunge (an der Zungenspitze süß, an den Seiten sauer und salzig und im hinteren Teil bitter) und beeinflussen das Geschmackserlebnis. Sowohl Radius als auch Glasstärke entscheiden letztendlich darüber, wo und mit welcher Intensität der Wein beim Trinken auf die Zunge und deren Geschmackszonen trifft. Somit ist hier auch die richtige Glasform von wesentlicher Bedeutung.
Rotweingläser unterscheiden sich von Weißwein- und Roségläsern in ihrer bauchigen Form und dem Volumen der Kelche und Kamine. Denn Rotweine benötigen eine größere Oberfläche, um ausreichend „atmen“ zu können. Somit kann er seine Aromen beim Riechen und Schmecken besser zur Geltung bringen.
Beim Rotwein gelten folgende Faustregeln:
Bei Weißweinen kommt stets ein kleinerer Kelch zum Einsatz, da die sich meist filigranen und feinen Aromen in einem überdimensionierten Glas leicht verlieren. Darüber hinaus erwärmt sich der gekühlte Weißwein in den kleineren Gläsern nicht so schnell. Besser ist, wenn er durch geringere Mengen im Glas schneller ausgetrunken wird. Und anschließend aus der gekühlten Flasche nachgeschenkt werden kann. Aber auch beim Weißwein gibt es Unterschiede:
Bei den feinperligen Winzersekten und anderen Schaumweinen greift man auf eine schlanke Glasformen zurück. Abgesehen von der Eleganz ist auch die Zweckmäßigkeit ausschlaggebend. Tief unten am Glasboden ist meist ein winzig kleiner Moussierpunkt eingeschliffen. An diesem bricht sich die Kohlensäure und steigt in feinen Perlen, wie an einer Schnur aufgereiht, nach oben. Durch die schlanke Form und die damit kleine Oberfläche halten sowohl die fröhlichen Perlen als auch das elegante Aroma besser und bieten damit mehr und längeren Prickelgenuss.
Manche Verbraucher bevorzugen ein Weinglas für alles. Als „Generalist“ wird ein Glas mit Eiform empfohlen. Unten bauchig, nach oben verjüngend. Der Vorteil: hier bündeln sich die Aromen und die Nase hat mehr zum Schnuppern. Weiterhin kann beim Schwenken weniger über den Glasrand schwappen.
Wer sich doch für eine Grundausstattung an Weingläsern entschließt, sollte folgende Auswahl treffen:
Unabhängig vom Weinglas gilt immer die Regel: das Glas nie voller einschenken als bis zur weitesten Stelle seiner bauchigen Öffnung. Dann erst ist der vollendete Weingenuss mit all seinen Abläufen wie Schwenken, Riechen und Schmecken möglich
Eine weitere Faustregel besagt, dass Weingläser maximal bis zu einem Drittel seiner Kelchhöhe gefüllt werden sollte. Auch hier gibt es Details:
Wie bereits oben erwähnt, sollten Weingläser geruchsneutral gelagert werden. Am besten in einem Glasschrank oder in einer Vitrine, außerhalb der Küche. Somit bleiben die Gläser von den Koch- und Brataromen verschont.
Am besten das Weinglas mit der Hand spülen und anschließend in ein warmes Wasserbad tauchen. Auf diese Weise lösen sich mögliche Spülmittelreste und das Glas wird geschmacksneutral. Anschließend mit einem sauberen Poliertuch trocken, um Wasserflecken zu vermeiden.